HIMMEL UND HÖLLE


Ein Kontinent, so himmlisch schön und zugleich so höllisch gefährlich. Voll überdimensionaler Naturschönheit und zivilisationsfeindlicher Naturgewalten. Öde, statisch und unerbittlich. Und doch so empfindsam und zerbrechlich. Kurzum: ein Land wie nicht von dieser Welt.
Wer sich einmal bis hinter den südlichen Polarkreis hinunter gewagt hat, wird nach seinem Aufenthalt mit einem geschärften globalen Bewusstsein zurückkehren. Und er wird begreifen, dass die Macht eines Menschen im Angesicht der Naturgewalten wie die einer Ameise zu einem Elefanten mutiert.

Die Antarktis gehört niemandem. Oder anders ausgedrückt, sie gehört der gesamten Menschheit. Folglich gibt es auch keine eigene Landessprache.

Noch ist es so, dass nie mehr als einhundert Touristen gleichzeitig das Festland betreten dürfen. Und dann auch möglichst die Ruhe bewahrend.

Denn die Antarktis ist mehr als jeder andere Kontinent ein Ort der lautlosen Stille. 

Der Kniefall

Tribut den Bewohnern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ältestenrat

und ihre Gespräche über die Zukunft der Kolonie

Unendliche Weiten

ohne den Einfluss der Zivilisation

Der Sonnenuntergang

am südlichsten Punkt der Erde

Kein Motoren-, Straßen- oder Industrielärm stört die Ruhe. Weder die Beschallung eines Radiosenders noch plätschernde Kaufhausmusik werden Reisende dort antreffen. Ein großes Privileg in unserer Medien- und werbedurchtränkten Welt. Und zugleich eine große Chance, die Zeit zu nutzen, um ausschließlich in sich hinein zu hören, in dieser schwer beschreibbaren Stille.

Wer kann sich in einer Großstadt vorstellen, wie es aussieht, wenn die Luft plötzlich eintausend Mal klarer wäre, und somit einen mehrere hundert Kilometer reichenden Blick in die Weite offenbart? Wohl die wenigstens Menschen.

In der Antarktis ist diese Wunschvorstellung Realität.

Lassen Sie sich doch einmal an einem erhöhten Platz bei einem der Landgänge auf die Knie fallen!

Breiten Sie die Arme aus und Sie werden ein Gefühl dafür bekommen, wie winzig klein wir Menschen im Hinblick auf dieses mächtige Naturphänomen sind.

Doch ebenso wird der Mensch einen bitteren Beigeschmack spüren. Nämlich den, dass wir uns in den letzten einhundert Jahren zwar beachtlich das Leben erleichtert haben, dabei aber solch grandiose Reinheit vielerorts zerstört haben.

Die Antarktis ist so gut wie keimfrei. Diese Region ist weder Industrie-, noch vegetationsbelastet. Die Luft über der kilometerdicken Eisschicht ist extrem trocken. Außer dem Guanogeruch der Pinguine wird der Besucher keine fremdartigen Duftwolken ausmachen können.

Die Reise

Antarktisreisen sind kein preiswertes und kurzweiliges Vergnügen! Da sich die Meisten diesen Traum nur ein einziges Mal im Leben erfüllen können, buchen Sie möglichst ein Schiff mit dem Sicherheitszertifikat: „Höchste Eisklasse 1AS (E4)“! Diese Schiffe halten den extremen Bedingungen zwischen Pack- und Treibeis nicht nur stand, sondern bringen ihre Passagiere ebenso sicher in die entlegensten Gebiete.

 

 

 

Die Begleiter

In die Antarktis zu reisen heißt Horizonterweiterung. Und das nicht nur bei einem Blick über die weiße Wüste. Wer in eine so außergewöhnliche Region reist, möchte in der Regel die komplexen Zusammenhänge im, unter und auf dem Eis verstehen lernen. Wählen Sie deshalb ein Schiff, das Experten als Lektoren begleiten!

 

 

 

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Das Abenteuer

Was versteht ein Kreuzfahrtpassagier unter erstklassigem Komfort? In der Antarktis nicht nur Spitzenservice und kulinarischen Hochgenuss. Denn das Ziel der höchsten Begierde ist hier die Natur. Und da die Wetterverhältnisse unberechenbar sind, sollte ein schnelles Ausbooten aller Gäste zu den Zodiak-Touren möglich sein. Diese Garantie ist umso größer, sofern die Anzahl der Gesamtpassagiere 100 nicht wesentlich übersteigt.

 

 

 

Einige Barkeeper der Kreuzfahrtschiffe, die in eisigen Gefilden verkehren, präsentieren ihren Gästen als Spezialdrink „Whisky on the rocks“. Den goldenen Saft auf Eiswürfeln, aus Tausende Jahre altem Eis, mit Lufteinschlüssen von damals. Der Glaube entfacht ja schon so mancherorts ungeahnte Kräfte. Und vielleicht hilft er auch beim Genuss dieser Alkoholika, dass sich der Verkoster in frühste Abenteurervorzeiten versetzt fühlt.

Wie berührt man dieses unendlich scheinende Land, in dem unsere kühnsten Vorstellungen von Weite noch weit unter der grandiosen Realität liegen? Der Reisende wird es möglicherweise selbst im antarktischen Hochsommer schnell lernen: selten ohne Handschuhe!

Denn die sehr plötzlich heranziehende Kälte brennt auf der Haut wie falsch gesetzte Akkupunkturnadeln.

Kaum eine Region ist für den Tourismus so stark reglementiert und wird aufs Schärfste überwacht wie die Antarktis. So ist es weder gestattet auch nur ein Kieselsteinchen, noch eine der herumliegenden Pinguinfedern als Souvenir mitzunehmen. Was bleibt, sind einzig die empfundenen Erinnerungen und höchstens einige auf Zelluloid gebannte grandiose Augenblicke.

Jedes Jahr kommen noch nicht einmal ein Dutzend Menschen aus unserem Land in die Gunst, in der Antarktis zu überwintern. Dieses Privileg ist nur einer Hand voll Wissenschaftlern vorbehalten. Kein Kreuzfahrttourist kann bisher bis zur dauerhaft besetzten Forschungsstation vordringen.

Ist es nicht erfreulich, dass es noch geheimnisvolle Regionen auf der Erde gibt, die vom Massentourismus verschont geblieben sind?

„Die wirkliche Landschaft hat hier die Größe, selbst die gedachte Unmöglichkeit mit einem einzigen Windhauch aus der Welt zu räumen.“

Uwe Kapieske, Stationsleiter in der Antarktis